Archiv für die Kategorie ‘Tiefschürfwunden’

Leider ist der auch schon in der ewigen Schreibstube

Mittwoch, 08. April 2009

“Ich habe einmal ein Wort geprägt, das allmählich Aufnahme in den allgemeinen Sprachgebrauch findet: Epochenverschleppung. Damit ist gemeint das anachronistische Überlappen von Wirklichkeitselementen, die spezifisch einer vergangenen Epoche angehören, in die darauf folgende. Nicht alle Erscheinungen haben das gleiche Trägheitsmoment. Manche bestehen über sich selbst hinaus. Sie erweisen sich dabei als Stimmungsträger, die nicht nur einzelne, sondern beinahe alle über die tatsächlich bestehende Wirklichkeit täuschen. Das Gegenwartserlebnis läuft nebenher. Keiner lebt gänzlich im Jetzt und Hier.”*

Gregor von Rezzori, “Mir auf der Spur”

Das ist eine dieser Wortschöpfungen, die man sich wie eine kulinarische Delikatesse auf der Zunge zergehen lassen kann und vielleicht sollte, “Epochenverschleppung”. – Die Sehnsucht nach dem bürgerlichem Zeitalter aber scheint überall und immer zumindest unterschwellig da zu sein…

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Mein Dachschaden

Montag, 30. März 2009

Und ich behaupte, dass ein Mensch, der nicht
unter der einen oder anderen Form gewohnt ist,
aufrührerischen Gedanken nachzugehen,
vom rein menschlichen Standpunkt aus betrachtet,
eine defekte Geistesverfassung besitzt.
(Gilbert Keith Chesterton)

Ich bin nämlich “immer lieb”, und da staut sich dann was… – Boah: tiefste Selbsterkenntnis!

Definieren Sie „Wohlstand“!

Samstag, 24. Januar 2009

Wohlstand kommt (auch) von (sich) wohl stehen. Das könnte (auch) heißen, sicher eingebunden zu sein in eine Gruppe mit verlässlichem Netz von aufrichtigen und Vertrauens vollen Kontakten, Bindungen und Beziehungen.

Das so genannte „Privateigentum“ könnte (auch) der Versuch sein, diesen Zustand der Harmonie, Ausgewogenheit, konstruktiven Auseinandersetzung usw. für immer bewahren zu wollen durch seine „materielle Befestigung“.

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Ein Milliardär hat sich vor den Zug geworfen,…

Mittwoch, 07. Januar 2009

… unter anderem deshalb, weil er eine Milliarde verloren hat: die “konstruierte” Wirklichkeit, das, was der Betreffende auf Grund und infolge seiner Vorgeschichte und Konditionierung usw. als wirklich und wesentlich erachtet (und aus seiner Sicht eben erachten muss), ist stärker als die “Wirklichkeit”, wie sie sich “von außen darbietet”: immerhin war der Mann dennoch und trotzdem der fünftreichste Deutsche…

Das Problem, das mich schon während meiner Schulzeit ebenso angestrengt wie ergebnislos immer wieder beschäftigt hat. Wieso waren etwa, als Beispiel, die Buddenbrooks/Manns “erledigt”, als die Firma bankerott ging usw.? Es war doch, als Beispiel, noch genug Geld da, um Heinrich und Thomas derart gut auszustatten, dass sie unbeschwert von Erwerbsnöten “ihr Ding” machen konnten? Usw.

Es geht nicht um das Geld. Es geht darum, zu der Gruppe zu gehören, die im jeweiligem Milieu, Soziotop usw. Ton angebend ist

“Psychopathen bauen Traumschlösser,…”

Sonntag, 04. Januar 2009

“…Neurotiker ziehen ein…” Ein genialer Satz! Ich weiß allerdings nicht (mehr), von wem der ist.

Und wenn Du da “rein geboren” wurdest? Dann haste ‘n Problem… Und: “Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten”* Und: wer nicht durcharbeitet, der wiederholt und wiederholt und wiederholt… Und womöglich ist dann diese schiefe symbiotische gar die einzig mögliche (oder als einzig möglich erscheinende, was allerdings auf dasselbe heraus zu kommen scheint) Bindung? Oder gar ein “Schutzraum”, ohne den Du die “normale” Welt bis zu pseudopsychotischen Symptomen als feindlich und bedrohlich empfindest?

Und übrigens lebt die halbe Weltliteratur von dieser prekär perfekten Paarung (siehe oben: “Psychopath und Neurotiker”). Faust und Mephisto, van Weyden und Wolf Larsen, Holt und Wolzow usw. usw. usf.

*Ja ja, ich weiß, liebe Ammoniten: dazwischen hat Ammon noch das “Wiedergutmachen” gesetzt; drauf gesch…, mit Verlaub!

Die geistige Ebene ist das A und O…

Mittwoch, 17. Dezember 2008

…und ohne sie ist man ein sprachbegabtes Säugetier. Sämtliche Süchte scheinen aus dem Mangel an dieser Ebene zu resultieren. Usw. Suche überhaupt, denn Sucht ist Suche, das steckt ja schon im Wort drin. Usf. Mir fällt das natürlich gerade jetzt wieder auf, weil ich “das” wieder einmal ziemlich ausgeblendet, womit ich mich wieder einmal sehr milde ausgedrückt habe. Ich weiß (noch) nicht mit wenigstens hinreichender Genauigkeit, warum ich immer wieder in diesen Drang oder gar Zwang verfalle, vor allem mir selbst beweisen zu wollen, dass ich gewissermaßen “bewußtlos”, weil nämlich ohne auch nur ansatzweise Betätigung auf eben dieser geistigen Ebene zu “bestehen” versuche; das Grundproblem könnte hier darin bestehen, dass ich mit dieser Welt nicht einverstanden bin, aber keine andere kenne oder gar bessere finde. So weit der Klugschiss des Tages; Weiteres im Weiterem…

Man wird für dumm und hochmütig gehalten…

Sonntag, 23. November 2008

…und ist doch in Wahrheit „nur“ müde und resigniert… So heißt es sinngemäß, fast wörtlich, im „Tonio Kröger“ von Thomas Mann. An den Satz musste ich heute dauernd denken, und eigentlich ist es unwichtig, warum. Da man aber Gedanken, die man für wichtig und richtig hält, nicht oft genug wiederholen kann in einer Welt, in der über -zig Medienkanäle pathologischer und krimineller Blödsinn heran dröhnt, wiederhole ich hier Folgendes: Thomas Mann ist mitnichten anachronistisch, antiquiert, altmodisch usw. usf.

Er ist im Gegenteil der aktuelle Autor. Er hat das Grunderlebnis (oder gar Grundtrauma) des Menschen im 20. Jahrhundert dargestellt, den Zusammenbruch von Lebenswelten und Kulturräumen. Preußisch blaue Welt, Scheiße braune Welt, Genossen-Blut rote Welt usw. Ostpreußen, Schlesien, DDR usf.

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Warum Traumatisierung Scheiße ist

Montag, 17. November 2008

…weil Du zweimal Eine über gebrezelt bekommst: einmal während des traumatisierenden Erlebnisses (oder während der traumatisierenden Erlebnisse), und dann für die Eigenheiten, die Du infolge des Traumas entwickelst (und womöglich, ohne das selbst zu bemerken); besonders spannend wird die Sache auch, wenn die so genannten Erziehungsberechtigten einer Generation angehören, für die es ganz selbstverständlich ist, über seelische Verletzungen einfach drüber zu brettern, weil das Überlebens notwendig war…

Hähähä! Siehta_sich_wieda_als_rätsel_der_wissenschaft! Hähähä!

Eigentlich ist alles klar…

Sonntag, 16. November 2008

..und ich müsste „nur noch“ los gehen, aber genau da, die Anführungsstriche deuten es an, ist das Problem. Und obwohl ich ein alter Psychoblabaist bin (und dieses Neuwort ist jetzt nicht blasphemisch gemeint, sondern mehr so als zögerliche Übung in Dada), ist mir erst vor paar Stunden aufgefallen, dass und wie sehr in diesem Kontext Psyche und Soma aufs Unersprießlichste korrespondieren.

Nämlich eigentlich hätte ich es nicht tun sollen oder dürfen, aber ich war nun gestern doch wieder anderthalb Stunden Joggen, und es hat (natürlich) Spaß gem…, ähm: ich hatte natürlich Fann, aber jetzt tun mir die Gelenke unterhalb meines weltbewegend wichtigen Bauchnabels dermaßen weh, dass ich als wie ein Storch durch die Wohnung stake.

Normaler Weise müsste ich jetzt ganz vielleicht zur Kur, aber wann und wo bin ich schon normaler Weise?!

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Tja, was nun anfangen mit der “Freiheit”?

Freitag, 07. November 2008

Weil wir gerade bei Erich Fromm sind: es gibt doch diese Geschichte zu einem seiner bekannten Werke, kennen Sie die? Da kommt Einer wütend in die Buchhandlung gestürmt, knallt „Die Kunst des Liebens“ auf die Ladentheke und schnauzt den Verkäufer an, dass Fromm ja nicht einmal Zeichnungen mit Stellungen eingefügt hätte.

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Betrachtet man die Menschheit als Großgruppe…

Mittwoch, 01. Oktober 2008

…(und sie ist eine, Antimaterie und Urknall nochmal!), dann kann man interessante Beobachtungen machen. In der Tat nämlich scheinen die ablaufenden Mechanismen oft dieselben zu sein wie in Gruppen allgemein und immer wieder zu beobachten. Zum Beispiel: wenn es eng wird, wird nach draußen geschielt. D. h., immer, wenn irgendwo etwas von globalem Belang zu kippen drohte, häuften sich etwa die Meldungen über Supernovae. Im Moment kracht es wohl heftig in der Finanzwelt, besonders in Überm-Großen-Teich – und nun liest man allenthalben von Schnee auf dem Mars

“Hält_sich_Tatsache_für’n_Therapeuten_kleena_Langzeitarbeitslosa!”

Aus unserer beliebten Serie „Semiotik für daheim“

Donnerstag, 25. September 2008

Heute: Was woll(t)en die doofen
Schweißdrüsen mir damit sagen?

Vor Wut stinken

Die liegen nämlich voll daneben, die dummen Drüsen. Es geht nicht um Sieg, es geht um – Freiheit… Oh Gott: und schon muss man sich einen Satz spezieller Macheten anfertigen lassen, um sich durch den Begriffs- und Erklärungsdschungel kämpfen zu können!

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Möglicherweise nicht ganz korrekte Grundannahmen

Sonntag, 27. Juli 2008

Kinder sind defizitäre Menschen und müssen „fertig“ erzogen werden.
Frauen sind das schwache Geschlecht.
Wenn ich den/die Partner(in) finde, bin ich erlöst.
Schulpflicht führt zur Bildung.
Technischer Fortschritt bedeutet menschliche Entwicklung.
Wirtschaftliche Stärke bedeutet kulturelle Entwicklung.
Politiker lösen grundlegende Probleme.
Glaube an Gott macht menschlich.
Es gibt Untaten, vor denen Menschen zurück schrecken.
Die Natur muss besiegt werden.

Die Wüste ist da draußen…

Dr. Freudlos: „Offensichtlich beginnt Herr Dino zu radebrechten. Es sollte die weitere Entwicklung der Symptomatik abgewartet werden, bevor ein Arzt hinzu gezogen wird.“

Ein Obermeister hat wieder den Stift gespielt

Dienstag, 06. Mai 2008

Dieses Mal hat Wallraff sich als postmoderner Bäckerbursche verdingt. Nur mühsam vermag ich eine Art Kichern zu unterdrücken. In der Beilage der „ZEIT“ Nr. 19 hat er über seinen Monat als Hilfsarbeiter einer Backwarenfabrik geschrieben, die ausschließlich Beutel mit Aufbackbrötchen für „Lidl“ produziert.

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Sich zeigen und gesehen werden

Freitag, 25. April 2008

In den letzten Tagen wurde mir wieder einmal klar, wie wenig gewissermaßen grundlegende Verhaltensweisen ich beherrsche, die normale Leute bereits in der Kindheit erlernt haben. Ich unterlasse es, jetzt erörtern zu wollen, was „normale Leute“ wären. Ich wünsche diesen Artikel oder was auch immer noch im laufendem Jahr abzuschließen. Es ist jedoch Eines, vermeintlich klug zu defäkieren über die eigene Störung usw., und es ist etwas Anderes, auch zu erleben, was frühkindliche Störung bedeutet.

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