… bestand darin, daß ich mir heute Nacht „All that Jazz – Hinter dem Rampenlicht“ angesehen habe, sorry: rein gezogen, und mindestens zum zehntem Mal; der Film ist seit einem Vierteljahrhundert auf Platz Eins meiner peinlich-heimlichen Bestenliste, was zwar mit einigem Recht niemanden interessiert, jetzt aber unbedingt raus mußte (auch mein Geltungsdrang ist nicht therapierbar), und zwar von Anfang an nicht wegen dem Glanz und Glimmer (ohnehin überzeugt der Film eher dadurch, daß er die Knochenarbeit hinter dem Glitzern zeigt), sondern wegen der grandiosen Behandlung eines der Themen der Gegenwart, dem Übergang von Dichtung und Wahrheit; ich schwadronierte hierüber bereits des Öfteren und mehr oder weniger Tiefen.
Der Tod als weiße Frau, meine Güte… – Und dann dieser Satz des „Spaßmachers“, sinngemäß, Gideon hätte die größte Angst davor, konventionell und nur Durchschnitt zu sein; jaja, es geht den Menschen wie den Leuten, ach, wir sitzen alle im selben Boot, ach, schön…
Aber, merkwürdig: ich muß mich doch zumindest ein bißchen verändert haben (und ob zum Guten hin, weiß ich selbst nicht, und was ist das überhaupt, das Gute), und ohnehin sucht man bekanntlich beim Wiedererleben eines schon erlebten Kunstwerkes nicht das Kunstwerk von damals, sondern sich selbst von damals, jedenfalls: so kultig kam das Teil nun gar nicht mehr rüber, vielmehr die leise Frage in mir bohrte, ob das nicht ziemlich destruktiver Scheiß wäre.
Nicht mehr lange, und ich bestehe nur noch aus Geist, und schließlich werde ich mich endlich ganz auflösen, ein Luftmensch auch im völlig wörtlichem Sinne, boah!