Zufälle werden „komisch“, wenn sie sich häufen
Neuerlich wurde, obwohl ich ihn gar nicht so eingestellt hatte, beim Start des Browsers die zuletzt geöffnete Site aufgerufen. Neuerlich “erschien” “Jamendo” mit einem Album eines mir unbekannten Künstlers. Neuerlich erwies sich das als eine Perle*.
Erfreulicher Weise fand ich meine Wahrnehmung gleich bestätigt durch die Anmerkung auf der Site, dieser Mr. Robin Grey wäre “inspired by the timeless work of Bob Dylan, Leonard Cohen”. Grey hat aber, scheint mir, nicht diese ganz große Bühnengebärde eines Tragöden wie Cohen.
Hier folgt jedenfalls das Album, tandaradei! Und: das is’ ‘n Debüt, boah! Melancholische Karfreitags-Untermalung für den brütend Cocooning betreibenden Großstadt-Single… Ach.
* Nicht zu verwechseln mit Petra Perle – die is’ aber auch cool…
Tags: jamendo, Melancholie, Musik
10. April 2009 at 18:32
Sollte man sich merken, den Namen. Feine Musik. Passt in ihrer schlichten Schönheit gut zur Stimmung, die mir vorhin die Musik von Gerhard Gundermann beschert hat. Ich hatte vorhin die Freude, ihn in inlimbos’ blog zufällig kennenzulernen.
. Egal, der Hase rockt, rain or shine.
Ich wollte auch keine Osterkarte schreiben, aber dann dachte ich, doch, mach ich. Deshalb klemmt wohl auch die Karte
11. April 2009 at 10:02
@SP:
Das sind ganz viele! Ich habe da gestern wieder Stunden lang herum gesucht und gehorcht und gekiekt.
Ha! Mr. Gundi! Ausgezeichnet!!! Zu dem habe ich auch schon mal was geschrieben.
Wenn man “Jamendo” durchforstet, fällt Einem der Satz Feuchtwangers wieder ein, dass sich Leistung selten mit Erfolg decken würde; da sind so viele coole Songs dabei, die “eigentlich” besser sind als manche “offizielle Hits” (ich kenne mich zwar nicht wirklich aus, aber man hört das ja wohl doch bisschen); es ist halt Postmoderne und man muss Schaum schlagen, um “gesehen” zu werden…
Man kann sich übrigens bei “Jamendo” ganz schnell gratis anmelden…
Häff fann!
Das Fossil
11. April 2009 at 10:37
Was mir spontan zu dieser Musik einfällt:
Die “Jungen” sollten ruhig etwas Neues wagen. Dylan war da mutiger .
Der hat sich immer wieder neu erfunden und sich nicht gescheut, seine Fans auch mal vor den Kopf zu stoßen (Dinosaurier wissen wovon die Rede ist.).
Die Stimme leidet im Alter (er wird nächsten Monat 68) allerdings erheblich. Ich weiß nicht ob der Link funktioniert, falls ja wäre dies seine neue single:
http://blog.newsweek.com/blogs/popvox/archive/2009/04/06/an-exclusive-early-listen-to-bob-dylan-s-new-album-together-through-life.aspx?utm_medium=columbia-email&utm_source=bobdylancom&utm_campaign=columbia-email|bobdylancom|20090406
11. April 2009 at 11:04
@Manfred:
“Die “Jungen” sollten ruhig etwas Neues wagen” ist mir zu klischeemäßig, obwohl ich natürlich weiß, was Du damit meinst…
Habe ich letztens was dazu bemerkt. “Jugend forscht”. Erster Preis für ein absolut (?) sicheres System für System-Lotto. – Jugend? Kühne Ideen? Ein paar Sterne vom Himmel herunter holen usw.?
Aber so was kommt von so was… Woher sollen junge Leute (was immer das sein mag) denn heute große Begeisterung nehmen; über zwei oder gar drei Generationen vor ihnen hinweg sind Leute mit der großen Begeisterung voll auf die Nase gefallen, in braun, in rot, und was die 68er angeht, so werden deren “Ergebnisse” gerade schleichend rückgängig gemacht (ich bleibe dabei)…
Also was solls? Leben für den Augenblick usw. Cool bleiben (gibt es übrigens sowohl Ost- als auch Westsongs drüber)…
11. April 2009 at 16:26
Danke für den Link zu Deinem Posting – interessant, auch du erwähnst Grönemeyer und Co im Vergleich zu Gundermann (nur bist du mit ihnen viel freundlicher als ich, ich glaube nämlich nicht, dass z. B. Grönemeyer mehr “geistigen Tiefgang” oder „emotionale Echtheit“ hat, er ist einfach nur lauter – dazu passt Dein „…man muss Schaum schlagen, um “gesehen” zu werden“. Und natürlich steht eine Vermarktungsindustrie (Musikverlag kann man das ja nicht mehr nennen) dahinter.
Wenn ich ehrlichen Musikern auch Ruhm und Geld und Ehre gönne: ehrlich gesagt finde ich es oft viel besser, wenn Schätze wie Gundermann nur einem kleinen Publikum bekannt sind. Wird das Publikum zur Masse, wird meistens auch der Künstler massentauglich (gemacht), und dann ist er nicht mehr verborgen, sondern verbogen.
12. April 2009 at 17:59
Ich habe das Gefühl, all diese Robin Grey songs schon einmal gehört zu haben und man muss kein Prophet sein um zu erkennen, das er kaum eine Chance haben wird – es sei denn ihm fällt was neues ein.
Begeisterung ? Das ist etwas für Fussballfans. Der habe ich immer mißtraut und in Bezug auf musikalische Darbietungen sind mir die wenigen Pop-Konzerte die ich gezwungenermassen besuchen musste (Freundin wollte hin) in schlechter Erinnerung. Stundenlanges Stehen auf Betonböden zusammen mit vielen lauten Menschen – niemand vermag mich so zu begeistern das solche Zustände dadurch erträglich würden. Es muss auch ohne gehen.
14. April 2009 at 14:39
@SP:
Mein Gundi, mein Gundi!
Hä-ähümm! – Sorry! Betreffs Mr. H. G. bin ich etwas anderer Meinung, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich genug von ihm kenne, um das wirklich einschätzen zu können…
14. April 2009 at 14:51
@Manfred:
Ich war in meinem Leben vielleicht ein halbes Dutzend Mal zu so Konzerten; ist auch ‘ne Geldfrage, ganz einfach, außerdem fand ich die Live-Qualität von bewunderten Bands so erschreckend…
Okay, “Yes” sollte man auch vielleicht nicht unbedingt live kennen lernen (oder “damals” kennen gelernt haben, inzwischen sind ja die technischen Möglichkeiten entschieden besser), da geht manches verloren.
Vielleicht ist “Begeisterung” auch einfach nur das falsche Wort; ich war und bin einfach “nur” fasziniert von der Fülle des Angebots (ich hätte beinahe “Fülle des Wohllauts” geschrieben, hihi, aber das is’ ‘n Kapitelüberschrift bei Master Mann), und stöbere da jetzt regelmäßig drin herum…
Und Massen-Symbiosen stehe ich eh’ seit jeher höchst misstrauischst gegenüber!
17. April 2009 at 14:18
Geschätzte 99 Prozent sind anderer Meinung betreffs Herrn Grönemeyer, und garantiert große Fachleute dabei. Ich höre Musik rein nach dem Bauchgefühl, höre insgesamt meistens entweder gar nicht oder sehr genau hin, habe aber keinerlei Fachkenntnis. Von Grönemeyer kenne ich nur wenig, weil ich immer wegschalte, wenn er im Radio kommt (ich kann seine Art zu “singen” nicht leiden, damit geht es schon los), deshalb ist mein Urteil eigentlich ein Vor-Urteil.
20. April 2009 at 12:27
@SP:
Ach so. Na denn. – Das habe ich des Öfteren gehört, dass Leuten sein “Nölen” auf den Geist geht…
Einige Sachen sind schon “angekommen”; das mit der Aufzählung der Ängste z. B.; ich habe (wieder einmal) gedacht: ‘Meine Güte – man “darf” das ja aufschreiben, es fährt ja kein Blitz vom Himmel!’ usw.
Aber wie gesagt: ich kenne den Herren nicht wirklich (bzw. seine Produktionen); nicht gut genug, um wirklich was dazu zu sagen; ich habe nur immer mal wieder was aufgeschnappt.
Und vor ca. 20 Jahren habe ich einmal ‘ne Schlafentzugs-Kur versucht; ist antidepressiv, aber man muss wenigstens 72 Stunden durch halten, und ich bin nach 56 Stunden im Sitzen eingeschlafen, mit Kopfhörer auf und auf volle Lautstärke gedreht – Gröhni… War, glaube ich, das erste Album (“Bochum”?)
So was verbindet denn aber doch irgendwie, hihi…